Methan und Kühe: Eine Herausforderung für die Landwirtschaft
Die Klimadebatte macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Rinder, insbesondere Milchkühe, stehen häufig im Fokus, da bei ihrer Verdauung das klimaschädliche Methan entsteht. Dieses wird vor allem über die Atemluft freigesetzt. Die gute Nachricht: Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die Fütterung eine entscheidende Rolle bei der Methanreduktion spielt. Ein Projekt aus Bayern liefert interessante Ansätze, die auch für österreichische Landwirte von Bedeutung sind.
Forschung zur Methanreduktion: Projekt „MethaCow“
Im Rahmen des Projekts „MethaCow“ wurden unterschiedliche Fütterungsstrategien getestet, um deren Einfluss auf den Methanausstoß von Milchkühen zu ermitteln. Dabei kamen sogenannte „GreenFeed-Stationen“ zum Einsatz, die den Methangehalt in der Atemluft der Tiere messen. Erste Ergebnisse zeigen, dass eine Anpassung der Futterration signifikante Auswirkungen auf die Methanproduktion hat.
Stärke versus Faser: Welches Futter ist besser?
In einem zwölfwöchigen Versuch wurden 48 Milchkühe der Rassen Fleckvieh und Braunvieh in zwei Gruppen aufgeteilt:
Faserbetont: Futter mit höherem Anteil an faserreichen Bestandteilen.
Stärkebetont: Futter mit höherem Anteil an stärkehaltigen Komponenten wie Körnermais.
Die Kühe der stärkebetonten Gruppe produzierten im Schnitt 402 Gramm Methan pro Tag, während die faserbetonte Gruppe auf 426 Gramm kam. Gleichzeitig zeigte die stärkebetonte Gruppe eine höhere Milchleistung von durchschnittlich 41,7 Kilogramm pro Tag im Vergleich zu 39,5 Kilogramm bei der faserbetonten Gruppe.
Herausforderungen und Grenzen der Fütterungsanpassung
Während die Reduktion des Methanausstoßes je Kilogramm Milch mit stärkereichen Rationen möglich ist, stößt diese Methode an ihre Grenzen. Höhere Stärkegehalte könnten langfristig die Pansenfunktion der Tiere beeinträchtigen und führen dazu, dass Kühe zunehmend mit Menschen um Nahrungsmittel konkurrieren.
Bedeutung für Österreich
Auch in Österreich suchen Landwirte nach Wegen, die Klimabilanz ihrer Betriebe zu verbessern. Das „MethaCow“-Projekt liefert wichtige Impulse für die Praxis, die auf heimische Betriebe übertragen werden können. Der Einsatz von Futterzusatzstoffen oder optimierten Rationen könnte auch hier helfen, die Emissionen zu senken, ohne die Leistung der Tiere zu gefährden.
Die Ergebnisse des Projekts „MethaCow“ zeigen: Methanemissionen lassen sich durch gezielte Fütterung beeinflussen, jedoch nur bis zu einem gewissen Grad. Für eine nachhaltige Landwirtschaft wird es entscheidend sein, Tierwohl, Umweltauswirkungen und Effizienz in Einklang zu bringen. Österreichs Landwirte haben die Chance, mit innovativen Ansätzen nicht nur die Umwelt zu schonen, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.